SRG SSR Hackdays 2014

Hackdays im Studio 2 (Foto Salvatore Agri)
Hackdays Siegerteam mit SwissTXT Teilnehmer (Foto Marc)

Am 12. & 13. September 2014 haben die ersten SRG SSR Hackdays stattgefunden.
Am Empfang des Fernsehstudios Zürich wurden die Teilnehmer nebst dem obligaten Badge, auch mit dem wichtigsten Utensil für die kommenden Stunden ausgerüstet: einem schicken Hackdays-Kaffeebecher.

Im Studio 2 begrüsste Dominik Born die rund 70 Programmierer. Direkt im Anschluss hatten diejenigen, welche sich bereits im Vorfeld Gedanken über die zu realisierenden Projekte gemacht hatten, die Chance diese kurz vorzustellen und so weitere Mitstreiter zu rekrutieren.

Wir an unserem Tisch haben uns als noch projektloses Team formiert. Zusammen mit Ramun Berger und Marc Gähwiler haben wir ein kurzes Brainstorming initiiert und an einigen Ideen herumstudiert.
Als spannende Schnittstelle hat sich rasch der program trigger herauskristallisert. Einen Pubnub-Feed, welcher sämtliche Änderungen des Programms auf den Kanälen SRF1, SRF2 und SRFinfo in Echtzeit protokolliert.

Jeder kennt die Situation, während der Werbepause geht man kurz in die Küche um etwas zu holen und wenn man schliesslich zurück vor dem TV ist, hat die Sendung bereits wieder begonnen und man hat die Fortsetzung verpasst. Dies war der Ansatz für unseren SRG AD BOT.
Im folgenden kurzen Interview erklärt euch Ramun die Idee:

In einer ersten Phase hat Marc ein Skript geschrieben, welches den Feed nach den Informationen zu den Werbungen filtert und diese in einer Datenbank ablegt. Durch eine eindeutige Id können die nun folgenden Veränderungen im Programm entsprechend festgehalten werden. Es zeigte sich, dass dies ca. einen halben Tag im Voraus geschieht.

Anschliessend ging es darum die vorhandenen Daten in Relation zur aktuellen Zeit zu bringen und so den aktuellen Zustand des TV-Programms zu ermitteln. Die blink(1) USB-Lampe hat dann regelmässig den Server kontaktiert und entsprechend auf den aktuellen Status reagiert. Sie blinkte rot während der Werbung, grün wenn keine Werbung angezeigt wurde und gelb wenn noch eine Minute verbleibt bis es weiter geht.
Unser erstes Ergebnis konnten wir anhand der an die Wand projizierten TV-Signale auch gleich verifizieren.

Auf dieser Basis setzte Marc die Informationen als Tweet ab und publizierte diesen zusätzlich auf einer Teletext Seite. Des Weiteren entstand eine Android App, welche vibriert sobald sich die Werbung dem Ende neigt.
Ich meinerseits habe mein Arduino Starter Kit mitgenommen und endlich einmal ausgepackt. Nach ersten Gehversuchen und der Umstellung auf einen Ethernet-Arduino, welcher Ramun im Gepäck hatte, konnte dieselbe Anzeige auch auf dem Arduino ausgegeben werden.
Eine Idee, welche nicht mehr umgesetzt werden konnte, war, dass man nun anstelle der kleinen LEDs direkt die Heim-Beleuchtung entsprechend steuern könnte.

Im Verlaufe des Freitagabends haben sich die meisten Teilnehmer aus dem Studio zurückgezogen. Um ca. 0230 konnte ich dann Zeuge werden, dass der Smart-Homer, ein weiteres Projekt, wirklich funktioniert hat.
Nach einer kurzen Nacht ging es dann darum die letzten Probleme auszumerzen und die Präsentation vorzubereiten. Kurz vorher traf der Generaldirektor der SRG, Roger de Weck, ein, welcher sich begeistert zeigte von den in dieser kurzen Zeit realisierten Projekten.

Es freut mich besonders, dass das Gewinnerprojekt SRF Transcriptor von Thomas Preusse und Dimiter Petrov realisiert wurde. Die beiden Herren durfte ich anlässlich der SwissJeese kennlernen. Interessierte finden den Quellcode auf GitHub.
Als Sieger dürfen sie während eines Jahres die Teletext-Seite 598 von SRFinfo gestalten.

Alles in allem hat mir die Teilnahme an meinem ersten Hack-Event viel Freude bereitet. Die Organisation war top, die Verpflegung ausgewogen, neben Pizza gabs auch Birchermüesli und die Stimmung cool. Einzig die doch sehr offentlichtlichen Sales-Absichten einiger Teilnehmer hat für mich nicht den Erwartungen an einen Hackday entsprochen.

Schliesslich meinten die Jungs vom TPC, dass während wir hier gehackt haben, sie auch produktiv waren und haben folgendes Video bereits 5 Minuten nach der Rangverkündigung präsentiert. Und nein, ich habe keine Gage erhalten.

Update 15.01.2015

Nur wenige Tage nach den Event hat der Initiator Dominik Born an der Opendata.ch/2014 Konferenz über die SRG Hackdays referiert: